Leukokorie bezeichnet einen weissen oder gelblich-weissen Reflex in der Pupille, der anstelle des normalen rötlichen Aufleuchtens sichtbar wird. Eltern bemerken dieses Phänomen häufig zuerst auf Fotos, wenn eine Pupille rot und die andere weiss erscheint. Leukokorie ist immer ein ernstzunehmendes Warnsignal und erfordert eine sofortige augenärztliche Abklärung.
Wenn Licht, etwa der Blitz einer Kamera, ins Auge fällt, wird es von der gut durchbluteten Netzhaut reflektiert und erscheint rötlich. Dieser sogenannte Rotreflex zeigt, dass der Lichtweg von der Hornhaut über die Linse bis zur Netzhaut frei ist. Erscheint dieser Reflex weiss, bedeutet das, dass etwas im Auge das Licht anders reflektiert oder den Lichtweg blockiert.
Hinter einer Leukokorie können verschiedene, teils schwerwiegende Erkrankungen stecken:
Wenn Sie bei Ihrem Kind einen weissen Pupillenreflex bemerken (sei es auf Fotos, bei hellem Licht oder mit blossem Auge), sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Scheuen Sie sich nicht, auch ausserhalb der regulären Sprechzeiten Kontakt aufzunehmen: Bei Verdacht auf Leukokorie ist eine zeitnahe Untersuchung notwendig.
Praktischer Tipp: Achten Sie regelmässig auf Fotos Ihres Kindes, insbesondere wenn der Blitz verwendet wurde. Es gibt inzwischen auch Smartphone-Apps, die gezielt nach einem auffälligen Pupillenreflex suchen. Diese ersetzen zwar keine ärztliche Untersuchung, können aber ein hilfreicher Anhaltspunkt sein.
Der Augenarzt überprüft den Rotreflex beider Augen und führt eine gründliche Untersuchung des Augenhintergrundes durch, bei Kindern oft in Pupillenerweiterung. Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen wie Ultraschall, MRT oder eine optische Kohärenztomographie (OCT) notwendig sein. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und wird individuell geplant.
Der Rotreflex-Test ist Bestandteil der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen ab der Geburt. Darüber hinaus empfehlen wir eine augenärztliche Erstuntersuchung in den ersten Lebensmonaten, insbesondere wenn Augenerkrankungen in der Familie bekannt sind.