Zum Glossar

Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD)

Die Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) ist eine der häufigsten Ursachen für trockene, gereizte Augen. Dennoch wird sie oft erst spät erkannt. Die Meibom-Drüsen sitzen in den Ober- und Unterlidern und produzieren ein öliges Sekret, das den Tränenfilm vor dem Verdunsten schützt. Wenn diese Drüsen verstopfen oder nicht mehr richtig arbeiten, gerät der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht.

Ursachen

Die genauen Ursachen der MGD sind nicht vollständig geklärt. Bekannte Zusammenhänge bestehen mit:

  • Hauterkrankungen wie Rosazea oder seborrhoischer Dermatitis
  • Zunehmendem Alter
  • Hormonellen Veränderungen
  • Häufiger Bildschirmarbeit (seltener Lidschlag)
  • Kontaktlinsentragen
  • Bestimmten Medikamenten
  • Umweltfaktoren wie trockener Luft und Klimaanlagen

Auch Kinder können betroffen sein, insbesondere wenn eine Blepharitis (Lidrandentzündung) vorliegt.

Symptome

Zu Beginn verursacht eine MGD oft keine spürbaren Beschwerden. Mit der Zeit können folgende Symptome auftreten:

  • Trockenheitsgefühl und Brennen
  • Juckreiz an den Augenlidern
  • Rötung der Lidränder
  • Krustenbildung an den Wimpern, besonders morgens
  • Fremdkörpergefühl („Sand im Auge")
  • Verstärkter Tränenfluss (paradoxerweise als Reaktion auf die Trockenheit)
  • Schwankende Sehschärfe
  • Wiederkehrende Gerstenkörner (Hordeolum) oder Hagelkörner (Chalazion)

Zusammenhang mit Blepharitis

MGD und Blepharitis treten häufig gemeinsam auf. Die Blepharitis beschreibt eine Entzündung der Lidränder, die sich durch Rötung, Schwellung und Schuppung äussert. Beide Erkrankungen verstärken sich gegenseitig und werden deshalb oft gemeinsam behandelt. Wichtig zu wissen: Weder MGD noch Blepharitis sind ansteckend.

Behandlung

Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, doch mit konsequenter Pflege lassen sich die Beschwerden gut kontrollieren. Die Behandlung beruht auf mehreren Säulen:

Warme Kompressen

Wärme verflüssigt das verdickte Drüsensekret und ermöglicht den Abfluss. Verwenden Sie ein warmes, feuchtes Tuch, eine spezielle Wärmemaske oder einen warmen Teebeutel. Die Kompresse sollte für etwa 5 bis 10 Minuten auf die geschlossenen Lider gelegt werden, bei akuten Beschwerden zweimal täglich, zur Vorbeugung mindestens einmal täglich.

Lidmassage

Direkt nach der Wärmeanwendung massieren Sie die Lider sanft mit den Fingerspitzen: Das Unterlid wird nach oben, das Oberlid nach unten ausgestrichen. Durch den leichten Druck wird das aufgeweichte Sekret aus den Drüsen gedrückt.

Lidreinigung

Reinigen Sie die Lidränder täglich mit einem Wattestäbchen oder einem weichen Tuch und einer milden Reinigungslösung (z.B. spezielle Lidpflegetücher oder stark verdünntes Babyshampoo). So werden Krusten, überschüssiges Öl und Bakterien entfernt.

Omega-3-Fettsäuren

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren (Fischöl oder Leinöl) können die Qualität des Drüsensekrets verbessern. Sprechen Sie die Einnahme vorab mit Ihrem Arzt ab, insbesondere wenn Sie andere Medikamente einnehmen.

Medikamentöse Therapie

Bei stärkeren Beschwerden können antibiotische Augentropfen oder -salben, orale Antibiotika (z. B. Doxycyclin in niedriger Dosis) oder entzündungshemmende Tropfen verordnet werden. Künstliche Tränen lindern zusätzlich das Trockenheitsgefühl.

Praxisbasierte Verfahren

Für hartnäckige Fälle stehen in der augenärztlichen Praxis moderne Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  • Thermische Behandlungsgeräte: Erwärmen die Lider kontrolliert und drücken das Sekret maschinell aus
  • Intensive Pulsed Light (IPL): Lichttherapie, die Entzündungen reduziert und die Drüsenfunktion verbessert
  • Immunmodulierende Tropfen: Neuere Medikamente, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen

Langfristige Pflege

MGD ist eine chronische Erkrankung, die eine dauerhafte Lidpflege erfordert. Die gute Nachricht: Mit einer regelmässigen Routine aus Wärme, Massage und Reinigung bleiben die Beschwerden bei den meisten Betroffenen gut beherrschbar. Regelmässige augenärztliche Kontrollen helfen dabei, die Therapie bei Bedarf anzupassen.