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Molluscum contagiosum (Dellwarzen) am Auge

Molluscum contagiosum (im Deutschen auch als Dellwarzen bekannt) ist eine häufige, harmlose Virusinfektion der Haut, die vor allem Kinder betrifft. Wenn sich die typischen Knötchen an den Augenlidern oder in der Nähe der Wimpern bilden, können sie zu einer begleitenden Reizung des Auges führen und eine augenärztliche Beurteilung erfordern.

Ursachen und Übertragung

Der Erreger ist das Molluscum-contagiosum-Virus, ein Pockenvirus, das sich über direkten Hautkontakt oder gemeinsam benutzte Gegenstände wie Handtücher oder Spielzeug verbreitet. Kinder stecken sich häufig untereinander an, z.B. im Kindergarten, in der Schule oder beim Sport. Durch Kratzen können sich die Knötchen auch auf andere Körperstellen ausbreiten (Autoinokulation).

Typisches Erscheinungsbild

Die Dellwarzen zeigen ein charakteristisches Aussehen:

  • Kleine, kuppelförmige Knötchen von 2 bis 5 mm Durchmesser
  • Hautfarben, rosa oder perlmuttartig glänzend
  • Zentrale Delle (Nabelung): das namensgebende Merkmal
  • Meist schmerzlos, gelegentlich leichter Juckreiz
  • Einzeln oder in Gruppen auftretend

Am Auge finden sich die Knötchen typischerweise an den Lidern, an den Lidrändern oder in der Umgebung der Augenbrauen.

Auswirkungen auf das Auge

Solange die Dellwarzen in einiger Entfernung von den Wimpern liegen, verursachen sie meist keine Augenprobleme. Befinden sich die Knötchen jedoch direkt am Lidrand oder in Wimpernnähe, kann das freigesetzte Virusmaterial eine chronische Bindehautentzündung (follikuläre Konjunktivitis) auslösen. Betroffene Kinder haben dann gerötete, tränende Augen.

Verlauf

In den meisten Fällen heilen Dellwarzen innerhalb von 6 bis 9 Monaten von selbst ab, wenn das Immunsystem das Virus bekämpft hat. Bei einigen Kindern können sie jedoch auch über ein bis zwei Jahre bestehen bleiben. Nach dem Abheilen bildet das Immunsystem eine gewisse Abwehr gegen das Virus, eine erneute Ansteckung ist aber möglich.

Behandlung

Nicht jede Dellwarze am Auge muss behandelt werden. Eine Entfernung wird erwogen, wenn:

  • Die Knötchen eine Bindehautentzündung verursachen
  • Sie kosmetisch stark stören
  • Eine weitere Ausbreitung verhindert werden soll
  • Narbenbildung droht

Die gängigsten Behandlungsmethoden sind:

  • Kürettage (Abtragung): Das Knötchen wird mit einem kleinen Instrument vorsichtig ausgeschält
  • Kryotherapie: Vereisung der Warze mit flüssigem Stickstoff

Bei jüngeren Kindern ist für die Behandlung in Augennähe oft eine Sedierung oder Kurznarkose notwendig, um eine sichere und schmerzfreie Entfernung zu gewährleisten.

Praktische Tipps für Eltern

  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es die Knötchen möglichst nicht berühren oder aufkratzen soll
  • Verwenden Sie separate Handtücher und Waschlappen
  • Regelmässiges Händewaschen verringert die Ansteckungsgefahr
  • Ein Ausschluss aus Kindergarten oder Schule ist in der Regel nicht erforderlich
  • Suchen Sie den Augenarzt auf, wenn sich die Knötchen in unmittelbarer Nähe der Augen befinden oder Augenbeschwerden auftreten