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Monofixationssyndrom

Das Monofixationssyndrom ist eine besondere Form der Augenstellungsstörung, bei der die Augen nahezu gerade stehen, ein geringes Mass an räumlichem Sehen vorhanden ist, aber ein Auge eine leichte Sehschwäche (Amblyopie) aufweist. Es handelt sich um einen häufig angetroffenen Zustand, der sowohl spontan entstehen als auch als Ergebnis einer erfolgreichen Schielbehandlung auftreten kann.

Was bedeutet Monofixation?

Beim normalen beidäugigen Sehen fixieren beide Augen gleichzeitig denselben Punkt, und das Gehirn verschmilzt die beiden Bilder zu einem räumlichen Gesamteindruck.

Beim Monofixationssyndrom fixiert dagegen nur ein Auge den angeblickten Punkt scharf, während das andere Auge zwar in eine ähnliche Richtung blickt, den Punkt aber mit einer kleinen Abweichung „sieht". Das Gehirn unterdrückt das zentrale Bild des schwächeren Auges in einem kleinen Bereich, nutzt aber die Randbereiche beider Augen für ein eingeschränktes räumliches Sehen.

Ursachen

  • Primäres Monofixationssyndrom: Entsteht ohne erkennbare Ursache bereits in der frühen Kindheit
  • Sekundäres Monofixationssyndrom: Entwickelt sich nach einer Schieloperation, wenn die Augen nicht ganz perfekt ausgerichtet sind, oder als Folge einer Anisometropie (unterschiedliche Brechkraft beider Augen)

Merkmale

  • Die Augenfehlstellung ist gering (oft nur wenige Grad) und fällt äusserlich kaum auf
  • Ein Auge hat eine leicht verminderte Sehschärfe
  • Das räumliche Sehen ist eingeschränkt, aber vorhanden
  • Das periphere Verschmelzen (Fusion) funktioniert, das zentrale jedoch nicht vollständig

Diagnose

Die Diagnose erfordert eine sorgfältige orthoptische Untersuchung. Spezielle Tests wie der Worth-4-Punkte-Test oder der Bagolini-Streifenglastest zeigen, dass das Gehirn das zentrale Bild eines Auges unterdrückt, während die peripheren Bilder zusammengeführt werden. Ein Abdecktest kann eine kleine Augenabweichung (Mikrotropie) aufdecken.

Behandlung

Viele Betroffene benötigen keine Behandlung, da die Augenstellung kosmetisch unauffällig ist und das Sehvermögen für den Alltag ausreicht. In bestimmten Fällen können folgende Massnahmen sinnvoll sein:

  • Brillenkorrektur: Ausgleich einer zugrunde liegenden Fehlsichtigkeit
  • Amblyopietherapie: Wenn die Sehschwäche des schwächeren Auges stärker ausgeprägt ist, kann eine Okklusionsbehandlung (Pflaster) oder Atropin-Penalisation die Sehschärfe verbessern
  • Prismengläser: Bei störenden Doppelbildern in bestimmten Situationen
  • Augenmuskeloperation: Nur bei deutlicher Abweichung, die kosmetisch oder funktionell stört

Prognose

Das Monofixationssyndrom ist ein stabiler Zustand und wird in der Augenheilkunde oft als gutes funktionelles Ergebnis nach einer Schielbehandlung angesehen. Betroffene verfügen über ein alltagstaugliches räumliches Sehen und kommen im täglichen Leben meist ohne Einschränkungen zurecht. Regelmässige augenärztliche Kontrollen, insbesondere im Kindesalter, stellen sicher, dass eine Amblyopie rechtzeitig behandelt wird.