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Nystagmus (Augenzittern)

Nystagmus bezeichnet unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die das Sehvermögen beeinträchtigen können. Die Augen bewegen sich dabei hin und her, auf und ab oder kreisförmig, ohne dass die betroffene Person dies steuern kann. Nystagmus kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens auftreten.

Formen des Nystagmus

Angeborener (infantiler) Nystagmus

Diese Form zeigt sich typischerweise in den ersten Lebensmonaten. Man unterscheidet:

  • Sensorischer Nystagmus: Entsteht durch eine angeborene Sehstörung, die verhindert, dass das Gehirn ein klares Bild erhält. Mögliche Ursachen sind Albinismus, Optikushypoplasie, Aniridie (fehlende Regenbogenhaut), angeborener Katarakt oder Netzhauterkrankungen wie Lebersche kongenitale Amaurose.
  • Idiopathischer infantiler Nystagmus: Tritt ohne erkennbare Augenerkrankung auf. Die Ursache ist eine Fehlsteuerung der Augenbewegungskontrolle im Gehirn. Das Sehvermögen ist in der Regel nur leicht eingeschränkt.

Erworbener Nystagmus

Tritt erstmals im Kindes- oder Erwachsenenalter auf und kann auf neurologische Erkrankungen hinweisen, beispielsweise Multiple Sklerose, Hirntumore, Schlaganfälle oder Störungen des Gleichgewichtsorgans. Ein neu auftretender Nystagmus sollte immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Symptome und Auswirkungen

Beim angeborenen Nystagmus empfinden Betroffene kein „Wackeln" der Umgebung: Das Gehirn kompensiert die Augenbewegungen weitgehend. Häufig besteht jedoch eine verminderte Sehschärfe. Viele Kinder entwickeln eine auffällige Kopfzwangshaltung: Sie drehen oder neigen den Kopf so, dass die Augen in eine Position gelangen, in der der Nystagmus am geringsten ist. Diese Position wird als Nullpunkt (oder „Ruhezone") bezeichnet.

Beim erworbenen Nystagmus kann hingegen ein deutliches Oszillopsie-Gefühl auftreten: Die Umgebung scheint zu schwanken. Dies kann mit Schwindel und Übelkeit einhergehen.

Augenzittern genau einordnen lassen

Dr. Stefan Langenegger und Orthoptistin Edona Desku bestimmen Form und Nullpunkt des Nystagmus und besprechen, ob Brille, Prismen oder eine Operation die Kopfhaltung erleichtern können. Tritt ein Augenzittern neu auf, rufen Sie unsere Praxis am Hauptbahnhof Zürich bitte direkt an.

Diagnose

Die Abklärung umfasst:

  • Augenärztliche Untersuchung mit Beurteilung der Augenbewegungen, Sehschärfe und Augenstrukturen
  • Bestimmung des Nystagmustyps (Pendelform, Ruckform, Richtung)
  • Feststellung eines möglichen Nullpunkts
  • Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache: Bildgebung des Gehirns (MRT) und ggf. weitere neurologische Diagnostik

Behandlung

Eine Heilung des Nystagmus ist in den meisten Fällen nicht möglich, doch verschiedene Massnahmen können das Sehvermögen und die Lebensqualität verbessern:

  • Brillen und Kontaktlinsen: Korrigieren begleitende Fehlsichtigkeiten und können das Sehen stabilisieren. Kontaktlinsen bieten den Vorteil, dass sie sich mit dem Auge mitbewegen.
  • Prismen: Können in die Brille eingearbeitet werden, um den Kopf in eine neutralere Position zu bringen.
  • Medikamente: In bestimmten Fällen können Wirkstoffe wie Gabapentin, Memantin oder Baclofen die Augenbewegungen dämpfen.
  • Botulinumtoxin (Botox): Kann bei bestimmten Nystagmusformen vorübergehend die Augenbewegungen reduzieren.
  • Operation: Ein chirurgischer Eingriff an den Augenmuskeln (Kestenbaum-Anderson-Operation) kann den Nullpunkt in die Geradeausposition verlagern und so eine Kopfzwangshaltung verringern. Der Nystagmus selbst wird dadurch nicht beseitigt, aber das Sehen in der Primärposition kann sich verbessern.

Leben mit Nystagmus

Kinder mit angeborenem Nystagmus können in der Regel ein weitgehend normales Leben führen. Es ist hilfreich, das schulische Umfeld über die Sehbeeinträchtigung zu informieren, damit angemessene Unterstützung (z. B. angepasste Sitzposition, vergrösserte Materialien) gewährt werden kann. Vergrössernde Sehhilfen und digitale Hilfsmittel können im Alltag zusätzliche Unterstützung bieten.

Dr. Stefan Langenegger, Augenarzt Zürich

Dr. Stefan Langenegger

Behandelnder Augenarzt

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