Nystagmus bezeichnet unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die das Sehvermögen beeinträchtigen können. Die Augen bewegen sich dabei hin und her, auf und ab oder kreisförmig, ohne dass die betroffene Person dies steuern kann. Nystagmus kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens auftreten.
Diese Form zeigt sich typischerweise in den ersten Lebensmonaten. Man unterscheidet:
Tritt erstmals im Kindes- oder Erwachsenenalter auf und kann auf neurologische Erkrankungen hinweisen, beispielsweise Multiple Sklerose, Hirntumore, Schlaganfälle oder Störungen des Gleichgewichtsorgans. Ein neu auftretender Nystagmus sollte immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Beim angeborenen Nystagmus empfinden Betroffene kein „Wackeln" der Umgebung: Das Gehirn kompensiert die Augenbewegungen weitgehend. Häufig besteht jedoch eine verminderte Sehschärfe. Viele Kinder entwickeln eine auffällige Kopfzwangshaltung: Sie drehen oder neigen den Kopf so, dass die Augen in eine Position gelangen, in der der Nystagmus am geringsten ist. Diese Position wird als Nullpunkt (oder „Ruhezone") bezeichnet.
Beim erworbenen Nystagmus kann hingegen ein deutliches Oszillopsie-Gefühl auftreten: Die Umgebung scheint zu schwanken. Dies kann mit Schwindel und Übelkeit einhergehen.
Dr. Stefan Langenegger und Orthoptistin Edona Desku bestimmen Form und Nullpunkt des Nystagmus und besprechen, ob Brille, Prismen oder eine Operation die Kopfhaltung erleichtern können. Tritt ein Augenzittern neu auf, rufen Sie unsere Praxis am Hauptbahnhof Zürich bitte direkt an.
Die Abklärung umfasst:
Eine Heilung des Nystagmus ist in den meisten Fällen nicht möglich, doch verschiedene Massnahmen können das Sehvermögen und die Lebensqualität verbessern:
Kinder mit angeborenem Nystagmus können in der Regel ein weitgehend normales Leben führen. Es ist hilfreich, das schulische Umfeld über die Sehbeeinträchtigung zu informieren, damit angemessene Unterstützung (z. B. angepasste Sitzposition, vergrösserte Materialien) gewährt werden kann. Vergrössernde Sehhilfen und digitale Hilfsmittel können im Alltag zusätzliche Unterstützung bieten.