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Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind dünne, gewölbte Kunststoffschalen, die direkt auf der Hornhaut des Auges aufliegen und Fehlsichtigkeiten korrigieren. Sie bieten eine Alternative zur Brille und werden sowohl von Erwachsenen als auch, in bestimmten Situationen, von Kindern und Jugendlichen getragen.

Funktionsweise

Die Kontaktlinse liegt auf dem Tränenfilm der Hornhaut und bildet zusammen mit dem Auge ein optisches System. Wie ein Brillenglas bündelt sie das einfallende Licht so, dass ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht. Da die Linse direkt auf dem Auge sitzt, gibt es keine Rahmeneinschränkungen und kein Beschlagen bei Temperaturwechseln.

Welche Arten von Kontaktlinsen gibt es?

Weiche Kontaktlinsen

  • Bestehen aus flexiblem, wasserhaltigen Material
  • Sind sofort angenehm zu tragen
  • Erhältlich als Tages-, Wochen- oder Monatslinsen
  • Korrigieren Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung
  • Multifokale Varianten gibt es auch für die Altersweitsichtigkeit

Formstabile (harte) Kontaktlinsen

  • Bestehen aus gasdurchlässigem, festerem Material
  • Ermöglichen eine sehr gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut
  • Eignen sich besonders bei starker Hornhautverkrümmung oder Keratokonus
  • Die Eingewöhnung dauert etwas länger als bei weichen Linsen

Speziallinsen

  • Orthokeratologielinsen (Ortho-K): Formstabile Linsen, die über Nacht getragen werden und die Hornhaut vorübergehend umformen. Tagsüber ist dann keine Sehhilfe nötig. Sie werden auch zur Myopiekontrolle bei Kindern eingesetzt.
  • Sklerallinsen: Grosse formstabile Linsen, die auf der Sklera (dem Weissen des Auges) aufliegen. Sie sind bei bestimmten Hornhauterkrankungen hilfreich.
  • Therapeutische Kontaktlinsen: Werden nach Verletzungen oder Operationen zum Schutz der Hornhaut eingesetzt.

Kontaktlinsen bei Kindern

Kinder können in bestimmten Situationen von Kontaktlinsen profitieren:

  • Nach einer Kataraktoperation: Insbesondere bei Säuglingen, die noch keine Kunstlinse erhalten können
  • Bei hoher einseitiger Fehlsichtigkeit (Anisometropie): Kontaktlinsen gleichen den Sehunterschied besser aus als eine Brille
  • Myopiekontrolle: Spezielle Kontaktlinsen können das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern verlangsamen
  • Sport und Freizeit: Für sportlich aktive Jugendliche bieten Kontaktlinsen mehr Bewegungsfreiheit

Pflege und Hygiene

Die richtige Pflege ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden:

  • Hände waschen: Vor jedem Einsetzen und Herausnehmen gründlich die Hände mit Seife waschen und abtrocknen
  • Reinigungslösung verwenden: Linsen nur mit der empfohlenen Lösung reinigen, niemals mit Leitungswasser
  • Behälter regelmässig wechseln: Den Linsenbehälter mindestens alle drei Monate ersetzen
  • Tragezeiten einhalten: Linsen nicht länger tragen als empfohlen
  • Nicht im Wasser schwimmen: Kontaktlinsen vor dem Schwimmen herausnehmen oder eine dicht sitzende Schwimmbrille tragen
  • Nicht darin schlafen: Ausser bei speziell dafür zugelassenen Linsen

Mögliche Komplikationen

Bei unsachgemässer Anwendung können Probleme auftreten:

  • Hornhautinfektionen (mikrobielle Keratitis): Potenziell sehbedrohend; äussert sich durch Schmerzen, Rötung und Sehverschlechterung
  • Trockene Augen: Kontaktlinsen können das Trockenheitsgefühl verstärken
  • Allergische Reaktionen: Auf Linsenmaterial oder Pflegemittel
  • Hornhautneovaskularisation: Einwachsen von Blutgefässen in die Hornhaut bei chronischem Sauerstoffmangel

Wann zum Augenarzt?

Nehmen Sie die Kontaktlinsen sofort heraus und suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn:

  • Schmerzen, Rötung oder Lichtempfindlichkeit auftreten
  • Das Sehen plötzlich verschlechtert wird
  • Anhaltende Augenrötung besteht
  • Ein Fremdkörpergefühl trotz Herausnehmen der Linse nicht nachlässt

Regelmässige augenärztliche Kontrollen, mindestens einmal jährlich, sind für alle Kontaktlinsenträgerinnen und -träger wichtig, um die Gesundheit der Hornhaut zu überwachen und die Sehkorrektur anzupassen.