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Optikusneuritis (Sehnervenentzündung)

Die Optikusneuritis ist eine Entzündung des Sehnervs (Nervus opticus), die zu einem plötzlichen Sehverlust führt, häufig begleitet von Schmerzen bei Augenbewegungen. Der Sehnerv leitet die visuellen Signale von der Netzhaut zum Gehirn. Ist er entzündet, wird die Bildübertragung gestört und das Sehen verschlechtert sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen spürbar.

Ursachen

In den meisten Fällen handelt es sich um eine Autoimmunreaktion: Das körpereigene Immunsystem greift die Umhüllung (Myelinscheide) des Sehnervs an. Häufige Auslöser und Zusammenhänge sind:

  • Multiple Sklerose (MS): Die Optikusneuritis kann ein erstes Anzeichen einer MS sein. Bei Erwachsenen besteht ein erhöhtes Risiko, im weiteren Verlauf eine MS zu entwickeln. Bei Kindern ist dieses Risiko geringer.
  • Neuromyelitis optica (NMO): Eine weitere Autoimmunerkrankung, die bevorzugt den Sehnerv und das Rückenmark betrifft.
  • Virusinfektionen und Impfungen: Gelegentlich tritt die Entzündung nach einer Erkältung, Grippe oder Impfung auf, insbesondere bei Kindern.

Symptome

  • Plötzliche Sehverschlechterung auf einem Auge (bei Kindern oft beide Augen)
  • Schmerzen bei Augenbewegungen
  • Eingeschränktes Farbsehen, Farben wirken blasser oder ausgewaschen
  • Gesichtsfeldausfälle, insbesondere zentral
  • Manchmal Lichtblitze bei Augenbewegungen

Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen

Bei Kindern verläuft die Optikusneuritis oft anders als bei Erwachsenen: Beide Augen sind häufiger gleichzeitig betroffen, und oft geht eine Infektionskrankheit voraus. Die Prognose ist bei Kindern insgesamt günstiger, und das Risiko für eine spätere MS ist niedriger als bei Erwachsenen.

Plötzlich schlechter sehen, Schmerzen beim Blicken?

Verschlechtert sich das Sehen innerhalb von Stunden oder Tagen, besonders mit Schmerzen bei Augenbewegungen, braucht es eine rasche Abklärung. Rufen Sie unsere Praxis am Hauptbahnhof Zürich an: Wir schätzen die Dringlichkeit ein, Dr. Stefan Langenegger hat einen Schwerpunkt in Neuroophthalmologie. Ausserhalb der Öffnungszeiten erreichen Sie den Notfalldienst Kanton Zürich unter 0800 33 66 55.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf mehrere Untersuchungen:

  • Sehschärfe- und Farbsehprüfung: Beides ist typischerweise eingeschränkt.
  • Pupillenreaktion: Ein sogenannter relativer afferenter Pupillendefekt (RAPD) ist ein wichtiger Hinweis.
  • OCT (Optische Kohärenztomografie): Zeigt Veränderungen an der Nervenfaserschicht.
  • Gesichtsfelduntersuchung: Deckt typische Ausfälle auf.
  • MRT des Kopfes und der Augenhöhlen: Wichtig, um eine MS auszuschliessen oder zu bestätigen und den Sehnerv darzustellen.
  • Bluttests und Lumbalpunktion: In bestimmten Fällen, um andere Ursachen abzuklären.

Behandlung

Viele Fälle bessern sich innerhalb von Wochen spontan. Je nach Schweregrad und Ursache kommen folgende Massnahmen zum Einsatz:

  • Kortikosteroide: Hochdosiertes intravenöses Kortison kann die Erholung beschleunigen, verbessert jedoch nicht immer das endgültige Ergebnis.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Bei MS oder NMO sind spezifische immunmodulatorische Therapien notwendig.
  • Langfristige Betreuung: Regelmässige neurologische und augenärztliche Kontrollen sind wichtig, um einen möglichen Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Bei den meisten Patientinnen und Patienten erholt sich das Sehvermögen weitgehend, doch bei einigen bleibt eine gewisse Einschränkung, etwa ein leicht vermindertes Farbsehen oder eine reduzierte Kontrastempfindlichkeit, dauerhaft bestehen.

Wann sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen?

Suchen Sie umgehend eine Augenärztin oder einen Augenarzt auf, wenn Sie oder Ihr Kind innerhalb kurzer Zeit eine Sehverschlechterung bemerken, insbesondere in Kombination mit Augenschmerzen. Eine rasche Abklärung ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten und schwerwiegende Ursachen auszuschliessen.

Dr. Stefan Langenegger, Augenarzt Zürich

Dr. Stefan Langenegger

Behandelnder Augenarzt

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