Die Optikushypoplasie bezeichnet eine angeborene Unterentwicklung des Sehnervs: Der Sehnerv ist kleiner als normal und enthält weniger Nervenfasern. Dies führt zu einer Seheinschränkung, die von einer milden Sehschwäche bis hin zur Erblindung reichen kann. Die Erkrankung kann ein oder beide Augen betreffen und ist eine der häufigsten Ursachen für einseitigen oder beidseitigen Sehverlust im Kindesalter.
Die genaue Ursache der Optikushypoplasie ist in vielen Fällen unbekannt. Der Sehnerv entwickelt sich in den ersten Schwangerschaftsmonaten, und Störungen in dieser kritischen Phase können zu einer unvollständigen Ausbildung führen. Mögliche Zusammenhänge bestehen mit:
In vielen Fällen lässt sich jedoch kein auslösender Faktor identifizieren.
Die Optikushypoplasie tritt häufig nicht isoliert auf, sondern im Zusammenhang mit weiteren Auffälligkeiten:
Eine bekannte Kombination aus Optikushypoplasie, Fehlen des Septum pellucidum (einer dünnen Trennwand im Gehirn) und Hormonstörungen der Hypophyse. Nicht alle drei Merkmale müssen gleichzeitig vorliegen.
Die Hypophyse (die zentrale Hormondrüse im Gehirn) kann bei Kindern mit Optikushypoplasie unterfunktionieren. Dies kann zu folgenden Problemen führen:
Eine frühzeitige endokrinologische Abklärung ist daher bei jedem Kind mit Optikushypoplasie dringend empfohlen.
Bei Optikushypoplasie lohnt sich ein genauer Blick auf das, was sich behandeln lässt: Fehlsichtigkeit, Schielen und eine zusätzliche Amblyopie. Dr. Stefan Langenegger und Orthoptistin Edona Desku untersuchen Ihr Kind in unserer Praxis beim Hauptbahnhof Zürich und stimmen die weitere Betreuung mit Kinderarzt und Endokrinologie ab.
Die Diagnose wird bei der augenärztlichen Untersuchung gestellt:
Eine ursächliche Therapie, die den Sehnerv „nachwachsen" lässt, gibt es nicht. Das Sehvermögen bleibt in der Regel stabil. Die Behandlung konzentriert sich auf:
Kinder mit Optikushypoplasie benötigen eine langfristige, interdisziplinäre Begleitung durch Augenärzte, Endokrinologen, Neuropädiater und gegebenenfalls weitere Fachpersonen. Regelmässige Kontrollen stellen sicher, dass Hormonstörungen frühzeitig erkannt und behandelt werden und dass das Kind die bestmögliche Unterstützung für seine Entwicklung erhält.