Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln stört. Antikörper blockieren die Rezeptoren an der Muskulatur, sodass Nervensignale nicht mehr vollständig ankommen. Das Ergebnis ist eine belastungsabhängige Muskelschwäche, die im Tagesverlauf zunimmt. Die Augenmuskulatur ist besonders häufig und oft als Erstes betroffen.
Bei der okulären Myasthenie beschränkt sich die Schwäche auf die Augenmuskeln und die Lidheber. Etwa die Hälfte der Patienten, die mit Augensymptomen beginnen, entwickelt allerdings innerhalb von zwei Jahren eine generalisierte Form, bei der auch die Muskulatur von Armen, Beinen, Gesicht oder Atemwegen beteiligt sein kann.
Solche Zeichen gehören in eine neuroophthalmologische Abklärung: Dr. Stefan Langenegger untersucht Augenstellung und Lidheber und stimmt das weitere Vorgehen mit der Neurologie ab. Treten Doppelbilder neu auf, rufen Sie unsere Praxis am Hauptbahnhof Zürich bitte direkt an.
Die Diagnose der Myasthenia gravis kann anspruchsvoll sein, da die Symptome schwanken. Folgende Untersuchungen helfen bei der Sicherung:
Die Therapie zielt darauf ab, die neuromuskuläre Übertragung zu verbessern und die Immunreaktion zu kontrollieren:
Bei einer vergrösserten oder auffälligen Thymusdrüse kann eine Thymektomie (operative Entfernung) erwogen werden. Bei vielen Patienten führt dieser Eingriff zu einer langfristigen Besserung der Symptome.
Operative Korrekturen einer Ptosis oder Augenfehlstellung werden erst in Betracht gezogen, wenn die Erkrankung über ein bis zwei Jahre stabil ist. Da die Muskelschwäche schwanken kann, wäre ein zu frühes Operieren mit einem unvorhersehbaren Ergebnis verbunden.
Die Erkrankung erfordert eine langfristige ärztliche Begleitung. Mit einer gut eingestellten Therapie führen die meisten Betroffenen ein weitgehend normales Leben. Wichtig ist, Warnsymptome einer Verschlechterung, insbesondere Schluck- oder Atembeschwerden, zu kennen und umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen. Die augenärztlichen Kontrollen dienen der Anpassung von Prismengläsern bei Doppelbildern und der Überwachung der Augenmuskulatur.