Blepharitis bezeichnet eine Entzündung der Augenlider, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen häufig vorkommt. Sie betrifft vor allem die Lidränder und geht oft mit einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen (Meibom-Drüsen-Dysfunktion, MGD) einher. Beide Erkrankungen verlaufen chronisch, lassen sich aber mit konsequenter Pflege gut kontrollieren.
Bei einer Blepharitis sind die Lidränder gerötet, geschwollen und gereizt. Typisch sind Krusten oder Schuppen an den Wimpern, ein brennendes oder juckendes Gefühl und eine wechselnde Sehschärfe. In schwereren Fällen kann die Entzündung auf die Hornhaut übergreifen und dort Beschwerden verursachen.
Die Meibom-Drüsen sitzen in den Ober- und Unterlidern und produzieren ein öliges Sekret, das den Tränenfilm stabilisiert und ein rasches Verdunsten der Tränenflüssigkeit verhindert. Bei einer MGD sind diese Drüsen verstopft und geben zu wenig oder qualitativ schlechtes Öl ab. Die Folge ist ein instabiler Tränenfilm, der zu trockenen, gereizten Augen führt.
Die genaue Ursache der Blepharitis und MGD ist nicht vollständig geklärt. Häufig spielen folgende Faktoren eine Rolle:
Nein. Blepharitis und MGD sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar und unterscheiden sich grundlegend von einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Eine Blepharitis lässt sich nicht dauerhaft heilen, aber die Beschwerden können durch regelmässige Lidpflege deutlich gelindert werden. Wichtig ist die Konsequenz: die Pflegeroutine sollte auch in beschwerdefreien Phasen beibehalten werden.
Wärme verflüssigt das gestaute Sekret in den Meibom-Drüsen und erleichtert den Abfluss. Verwenden Sie ein warmes, feuchtes Tuch, eine spezielle Wärmemaske oder einen warmen Teebeutel und legen Sie ihn für etwa 5–10 Minuten auf die geschlossenen Augen. Bei akuten Beschwerden empfiehlt sich dies zweimal täglich, zur Vorbeugung einmal täglich.
Nach der Wärmeanwendung werden die Lider sanft massiert, um das verflüssigte Sekret aus den Drüsen zu drücken. Beim Unterlid von unten nach oben rollen, beim Oberlid von oben nach unten. Verwenden Sie dafür die Fingerspitzen und üben Sie nur leichten Druck aus.
Reinigen Sie die Lidränder mit einem feuchten Wattestäbchen, einem sauberen Tuch oder speziellen Lidreinigungstüchern. Eine milde Seife oder verdünntes Baby-Shampoo kann verwendet werden. Streichen Sie entlang der Wimpernbasis, um Krusten und überschüssiges Sekret zu entfernen.
Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren (z. B. als Fischöl oder Leinöl) kann die Qualität des Meibom-Drüsen-Sekrets verbessern. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrem Arzt, insbesondere wenn Sie oder Ihr Kind andere Medikamente einnehmen.
In hartnäckigen Fällen kann der Augenarzt zusätzlich verordnen:
Bei therapieresistenten Fällen stehen in der augenärztlichen Praxis zusätzliche Behandlungen zur Verfügung, etwa spezielle Wärmebehandlungsgeräte, die die Meibom-Drüsen kontrolliert erwärmen und ausdrücken, oder Intense Pulsed Light (IPL)-Therapie.
Suchen Sie einen Augenarzt auf, wenn die Beschwerden trotz regelmässiger Lidpflege nicht besser werden, die Sehschärfe beeinträchtigt ist, wiederholt Gerstenkörner auftreten oder die Augen stark gerötet und schmerzhaft sind. Eine fachärztliche Beurteilung ist wichtig, um die Therapie individuell anzupassen und Komplikationen zu vermeiden.