Zum Glossar

Iritis (Regenbogenhautentzündung)

Die Iritis ist eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iris), des farbigen Teils des Auges, der die Pupille umgibt. Sie gehört zur Gruppe der vorderen Uveitis und kann in jedem Alter auftreten, auch bei Kindern. Eine rasche Erkennung und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Symptome

Eine akute Iritis äussert sich typischerweise durch:

  • Augenschmerzen (oft dumpf, tief sitzend)
  • Rötung des Auges (besonders rund um die Hornhaut)
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Verschwommenes Sehen
  • Vermehrter Tränenfluss
  • Verkleinerte Pupille auf der betroffenen Seite
  • Kopfschmerzen

Achtung bei Kindern: Bei Kindern mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) verläuft die Iritis häufig ohne Schmerzen und ohne sichtbare Rötung. In diesen Fällen wird die Entzündung nur bei der regelmässigen Spaltlampenuntersuchung durch den Augenarzt entdeckt. Deshalb sind die empfohlenen Kontrolluntersuchungen bei JIA zwingend einzuhalten.

Ursachen

Die Iritis kann verschiedene Ursachen haben:

  • Autoimmunerkrankungen: Juvenile idiopathische Arthritis (JIA), Morbus Bechterew, Sarkoidose, entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Infektionen: Herpes-Viren, Toxoplasmose, Tuberkulose und andere Erreger
  • Augenverletzungen: Ein Trauma kann eine Entzündung der Iris auslösen
  • Idiopathisch: In vielen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen

Mögliche Komplikationen

Ohne oder bei unzureichender Behandlung kann eine Iritis zu ernsthaften Folgeschäden führen:

  • Synechien: Verwachsungen zwischen Iris und Linse, die die Pupille verformen und den Kammerwasserabfluss behindern
  • Katarakt (Grauer Star): Sowohl die Entzündung selbst als auch die langfristige Steroidtherapie können zur Linsentrübung führen
  • Glaukom (Grüner Star): Erhöhter Augeninnendruck durch Entzündung oder als Nebenwirkung der Therapie
  • Makulaödem: Flüssigkeitsansammlung an der Stelle des schärfsten Sehens
  • Bandförmige Hornhautverkalkung (Bandkeratopathie): Kalkablagerungen auf der Hornhaut, besonders bei chronischen Verläufen

Diagnose

Der Augenarzt untersucht das Auge an der Spaltlampe und sucht nach Entzündungszellen in der vorderen Augenkammer. Ergänzend werden Sehschärfe, Augeninnendruck und Augenhintergrund überprüft. Je nach Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung können Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren veranlasst werden.

Behandlung

Augentropfen

  • Steroid-Tropfen (Kortison): Unterdrücken die Entzündung und sind das Mittel der ersten Wahl. Die Dosierung wird schrittweise reduziert, um einen Rückfall zu vermeiden.
  • Pupillenerweiternde Tropfen (Mydriatika/Zykloplegika): Halten die Pupille weit und verhindern die Bildung von Synechien. Sie lindern zudem den Schmerz, indem sie den Ziliarmuskel entspannen.

Systemische Therapie

Bei schweren, wiederkehrenden oder mit Autoimmunerkrankungen verbundenen Verläufen können zusätzlich verordnet werden:

  • Systemische Steroide (Tabletten)
  • Immunsuppressive Medikamente (z. B. Methotrexat)
  • Biologika (z. B. Adalimumab)

Die Wahl der systemischen Therapie erfolgt in enger Abstimmung zwischen Augenarzt, Kinderarzt und ggf. Rheumatologen.

Behandlung von Komplikationen

Komplikationen wie Katarakt oder Glaukom können eine operative Therapie erfordern. Eine bandförmige Hornhautverkalkung lässt sich mit speziellen Lösungen (Chelationstherapie) behandeln.

Verlauf und Prognose

Eine einzelne Episode einer akuten Iritis heilt unter konsequenter Therapie meist folgenlos ab. Bei chronischen oder wiederkehrenden Verläufen, wie sie besonders bei JIA vorkommen, ist eine langfristige Überwachung und Behandlung erforderlich. Je konsequenter die Entzündung kontrolliert wird, desto geringer ist das Risiko für bleibende Schäden.