Augenverletzungen gehören zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für Sehverlust bei Kindern und Jugendlichen. Ob beim Sport, im Haushalt oder im Freien: die Augen sind empfindlich und können durch stumpfe oder scharfe Gewalt, Chemikalien und Fremdkörper geschädigt werden. Viele Augenverletzungen lassen sich durch einfache Schutzmassnahmen verhindern.
Häufige Verletzungsarten
Stumpfe Verletzungen (Kontusionen)
Ein Ball, ein Ellbogen oder ein Sturz kann das Auge treffen, ohne die Oberfläche zu durchdringen. Mögliche Folgen:
Lidprellung (blaues Auge): Meist harmlos, sollte aber ärztlich beurteilt werden, um innere Schäden auszuschliessen
Hyphäma: Blutung in die Vorderkammer des Auges: erkennbar als Blutspiegel vor der Iris. Erfordert sofortige augenärztliche Behandlung und strenge Ruhe.
Orbitafraktur: Bruch der dünnen Knochen um das Auge herum. Kann zu Doppelbildern und eingeschränkter Augenbeweglichkeit führen, wenn ein Augenmuskel eingeklemmt wird.
Netzhautschäden: Netzhautrisse, Netzhautablösung oder Commotio retinae (Prellungsödem der Netzhaut)
Linsenverletzung: Luxation oder Trübung der Augenlinse
Scharfe (perforierende) Verletzungen
Durchdringende Verletzungen durch Scheren, Stifte, Drähte, Splitter oder ähnliche Gegenstände sind besonders gefährlich:
Kontakt mit Reinigungsmitteln, Kalk, Säuren oder Laugen kann die Hornhaut und die Bindehaut schwer schädigen:
Laugenverätzungen (z. B. Kalk, Ammoniak): sind besonders gefährlich, da sie tief ins Gewebe eindringen
Säureverätzungen: verursachen meist oberflächlichere Schäden, können aber ebenfalls schwerwiegend sein
Verbrennungen und Strahlenschäden
UV-Schäden: (z. B. Schweissblitz, intensive Sonneneinstrahlung ohne Schutz, Solarium): Führen zu einer schmerzhaften Hornhautentzündung (Photokeratitis), die sich in der Regel vollständig erholt
Feuerwerk: Kombiniert Verbrennungs-, Kontusions- und chemische Verletzungsmechanismen und ist eine der häufigsten Ursachen für schwere Augenverletzungen bei Kindern
Erste Hilfe bei Augenverletzungen
Bei chemischen Verätzungen
Sofortiges Spülen ist die wichtigste Massnahme:
Auge für mindestens 15–20 Minuten unter fliessendem, lauwarmem Wasser spülen
Lider dabei offenhalten
Nicht reiben
Anschliessend sofort einen Augenarzt oder die Notaufnahme aufsuchen
Bei stumpfen Verletzungen
Kühlen mit einer Eiskompresse (nicht direkt auf das Auge drücken)
Auge nicht reiben
Bei Sehverschlechterung, Doppelbildern, Schmerzen oder sichtbarer Blutung: sofort zum Augenarzt
Bei durchdringenden Verletzungen
Nichts entfernen, das im Auge steckt
Auge locker abdecken (z. B. mit einem Becher), ohne Druck auszuüben
Nicht reiben und nicht drücken
Sofort die Notaufnahme aufsuchen
Bei Fremdkörpern
Kleine oberflächliche Fremdkörper können durch Blinzeln oder vorsichtiges Spülen entfernt werden
Sitzt ein Fremdkörper fest auf der Hornhaut: nicht selbst entfernen, sondern augenärztlich behandeln lassen
Augenschutz: Prävention ist der beste Schutz
Sport
Schutzbrillen mit Polycarbonatgläsern bei Risikosportarten wie Squash, Unihockey, Badminton, Basketball, Baseball und Eishockey
Kontaktlinsen schützen das Auge nicht vor Verletzungen
Haushalt und Garten
Chemikalien und Reinigungsmittel ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
Bei Heimwerkerarbeiten (Schleifen, Bohren, Hämmern) Schutzbrille tragen
Gartengeräte und spitze Gegenstände kindersicher verstauen
Feuerwerk
Kinder sollten Feuerwerk nur unter Aufsicht Erwachsener beobachten und nicht selbst zünden
Sicherheitsabstand einhalten
Schutz des gesunden Auges
Kinder, die auf einem Auge eingeschränkt sehen (z. B. nach Amblyopie oder Verletzung), sollten beim Sport immer eine Schutzbrille tragen, um das gesunde Auge zu schützen.
Nach einer Augenverletzung rasch Rat holen
Bei Chemikalien im Auge zuerst mindestens 10 bis 15 Minuten mit Wasser spülen. Nach einem Schlag, einer Verätzung oder einem Fremdkörper schätzt unser Team in der Praxis am Hauptbahnhof Zürich am Telefon ein, wie dringend eine Untersuchung ist. Ausserhalb der Öffnungszeiten erreichen Sie den Notfalldienst Kanton Zürich unter 0800 33 66 55.