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Anästhesie bei Augenoperationen (Erwachsene)

Wer sich einer Augenoperation unterziehen muss, hat oft Fragen zur Narkose. Moderne Anästhesieverfahren sind sehr sicher und ermöglichen schmerzfreie Eingriffe. Je nach Art der Operation und Gesundheitszustand stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Hier erfahren Sie, was Sie vor, während und nach dem Eingriff erwartet.

Welche Narkosearten gibt es?

Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)

Bei der Vollnarkose werden Sie in einen tiefen Schlaf versetzt, in dem Sie weder Schmerzen spüren noch sich bewegen. Dieses Verfahren wird bei den meisten Augenmuskeloperationen verwendet, da vollständige Ruhe des Auges für einen präzisen Eingriff entscheidend ist.

Der Ablauf:

  1. Zunächst wird ein Venenzugang gelegt.
  2. Über diesen Zugang erhalten Sie ein beruhigendes Medikament.
  3. Im Operationssaal werden weitere Medikamente verabreicht, bis Sie einschlafen.
  4. Ein Beatmungsschlauch sichert die Atmung während der gesamten Operation.
  5. Am Ende des Eingriffs wird der Schlauch entfernt, und Sie wachen im Aufwachraum auf.

Lokalanästhesie mit Sedierung

Bei bestimmten Eingriffen – z.B. bei Schieloperationen bei kooperativen Erwachsenen – kann eine lokale Betäubung um das Auge in Kombination mit einer leichten Beruhigung (Sedierung) ausreichen. Sie befinden sich dann in einem entspannten Dämmerzustand und erinnern sich in der Regel nicht an den Eingriff. Reine Augentropfen genügen bei Augenmuskeloperationen nicht, da das Auge absolut ruhig gehalten werden muss.

Wie bereiten Sie sich vor?

  • Nüchternheit: Acht Stunden vor dem Eingriff keine feste Nahrung und keine Milchprodukte. Klare Flüssigkeiten (Wasser, Tee ohne Milch, klare Säfte) sind bis vier Stunden vorher erlaubt. Kaugummi ist nicht gestattet. Alkohol sollte 24 Stunden vor der Operation vermieden werden.
  • Medikamente: Besprechen Sie rechtzeitig mit dem Anästhesisten, welche Medikamente Sie am Operationstag einnehmen dürfen und welche pausiert werden müssen.
  • Gesundheitscheck: Vor der Operation erfolgen eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung, um sicherzustellen, dass Sie narkosefähig sind.
  • Wichtige Informationen: Teilen Sie dem Anästhesieteam mit, wenn in Ihrer Familie schwere Narkosereaktionen aufgetreten sind (z. B. maligne Hyperthermie). Auch Allergien und alle eingenommenen Medikamente sollten bekannt sein.

Was geschieht nach der Operation?

Nach dem Eingriff werden die Narkosemedikamente gestoppt und der Beatmungsschlauch entfernt. Im Aufwachraum erwachen Sie innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten. Es ist normal, sich zunächst benommen und etwas verwirrt zu fühlen. Das Pflegepersonal überwacht Ihren Kreislauf, Ihre Atmung und Ihr Befinden. Schmerzmittel stehen bei Bedarf bereit.

Wichtig: Sie dürfen nach einer Vollnarkose 24 Stunden lang kein Fahrzeug lenken und keine Maschinen bedienen. Bringen Sie eine Begleitperson mit, die Sie sicher nach Hause bringt. Die meisten Patientinnen und Patienten können am nächsten Tag ihre gewohnten Aktivitäten wieder aufnehmen, wobei anstrengende körperliche Tätigkeiten für einige Tage eingeschränkt sein können.

Häufige Nebenwirkungen

Übelkeit ist nach Augenoperationen, insbesondere nach Schieloperationen, relativ häufig. Sie klingt in der Regel nach wenigen Stunden ab und lässt sich mit Medikamenten lindern. Beginnen Sie nach der Operation mit leichter Kost und steigern Sie die Mahlzeiten schrittweise. Ausreichend trinken ist wichtig.

Wie sicher ist die Narkose?

Schwerwiegende Komplikationen sind äusserst selten. Gesunde Erwachsene vertragen eine Narkose in aller Regel sehr gut. Geplante Eingriffe sollten verschoben werden, wenn Sie akut erkrankt sind (z. B. Erkältung, Fieber). Die offene Kommunikation mit dem Anästhesieteam über Ihre Krankengeschichte ist der beste Beitrag, den Sie selbst zur Sicherheit leisten können.