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Hornhautabschürfung (Hornhauterosion)

Eine Hornhautabschürfung (auch Hornhauterosion genannt) ist ein oberflächlicher Kratzer auf der Hornhaut (Cornea), der durchsichtigen, kuppelförmigen Schicht an der Vorderseite des Auges. Die Hornhaut bedeckt die Iris (den farbigen Anteil) und die Pupille und ist eines der empfindlichsten Gewebe des menschlichen Körpers. Schon kleinste Verletzungen können starke Schmerzen verursachen.

Ursachen

Hornhautabschürfungen entstehen durch mechanische Einwirkung auf die Augenoberfläche:

  • Fremdkörper: Sand, Staub, Metallsplitter oder andere kleine Partikel
  • Fingernägel: Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern eine häufige Ursache
  • Kontaktlinsen: Zu langes Tragen, unsachgemässes Einsetzen oder beschädigte Linsen
  • Äste und Pflanzenteile: Beim Spielen im Freien oder bei der Gartenarbeit
  • Trockene Augen: Ein trockener Tränenfilm macht die Hornhaut anfälliger für Verletzungen
  • Reiben der Augen: Besonders bei bestehenden Fremdkörpern auf der Oberfläche

Symptome

  • Starke Schmerzen: Oft unverhältnismässig stark im Vergleich zur Grösse der Verletzung
  • Fremdkörpergefühl: Das Gefühl, als ob etwas im Auge steckt
  • Tränenfluss: Starkes Tränen des betroffenen Auges
  • Rötung des Auges
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verschwommenes Sehen
  • Lidkrampf (Blepharospasmus): Unwillkürliches Zusammenkneifen der Augenlider

Diagnose

Der Augenarzt untersucht die Hornhaut mit einer Spaltlampe (Spaltlampenmikroskop). Um die Abschürfung besser sichtbar zu machen, wird häufig ein fluoreszierender Farbstoff (Fluorescein) eingesetzt. Dieser wird als Tropfen oder mit einem Papierstreifen auf das Auge gebracht und leuchtet unter blauem Licht grün auf. Dort, wo die Hornhautoberfläche beschädigt ist.

Gleichzeitig wird geprüft, ob ein Fremdkörper auf der Hornhaut oder unter dem Oberlid festsitzt, der die Verletzung verursacht haben könnte.

Behandlung

Kleine Abschürfungen

Oberflächliche Kratzer heilen oft innerhalb von 1 bis 3 Tagen von selbst, da sich die Hornhaut schnell regeneriert. In dieser Zeit können befeuchtende Augentropfen (künstliche Tränen) die Beschwerden lindern.

Grössere Verletzungen

  • Antibiotische Augentropfen oder -salben: Verhindern eine bakterielle Infektion der offenen Wundfläche
  • Schmerzlinderung: Schmerzmittel (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen) helfen bei stärkeren Beschwerden
  • Verbandslinse: In manchen Fällen wird eine weiche Kontaktlinse als Verband aufgelegt, um die Heilung zu schützen und die Schmerzen zu reduzieren
  • Pupillenerweiternde Tropfen (Zykloplegika): Können den schmerzhaften Lidkrampf lindern

Nachbehandlung

Nach dem Abheilen empfiehlt der Augenarzt manchmal für einige Wochen eine Augensalbe vor dem Schlafengehen. Dies beugt einem erneuten Aufbrechen der verheilten Wundstelle vor (rezidivierende Erosion), das insbesondere morgens beim Augenöffnen auftreten kann.

Heilungsdauer

Die meisten Hornhautabschürfungen heilen innerhalb von 1 bis 5 Tagen vollständig ab. Die Heilungsgeschwindigkeit hängt von der Grösse und Tiefe der Verletzung sowie vom allgemeinen Zustand der Hornhaut ab. Kontaktlinsenträger und Personen mit trockenen Augen brauchen manchmal etwas länger.

Vorbeugung

  • Schutzbrille tragen: Bei handwerklichen Arbeiten, beim Umgang mit Werkzeugen und bei bestimmten Sportarten
  • Fingernägel kurz halten: Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Kontaktlinsen sachgemäss verwenden: Tragezeiten einhalten und beschädigte Linsen nicht weitertragen
  • Trockene Augen behandeln: Regelmässige Anwendung von künstlichen Tränen

Wann sofort zum Augenarzt?

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn:

  • Ein Fremdkörper im Auge steckt und sich nicht ausspülen lässt
  • Die Schmerzen sehr stark sind oder zunehmen
  • Das Sehvermögen deutlich eingeschränkt ist
  • Die Beschwerden nach 24 Stunden nicht besser werden
  • Die Verletzung durch einen Metallsplitter oder einen chemischen Stoff verursacht wurde