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Hypertropie (Höhenschielen)

Hypertropie ist eine Form des Schielens (Strabismus), bei der ein Auge höher steht als das andere. Man spricht auch von „vertikalem Schielen" oder „Höhenschielen". Die Fehlstellung kann dauerhaft bestehen oder nur in bestimmten Blickrichtungen auftreten und zu Doppelbildern, Kopfzwangshaltung oder einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) führen.

Ursachen

Es gibt verschiedene Gründe für eine Hypertropie:

  • Augenmuskellähmung: Eine Schwäche oder Lähmung eines der vertikalen Augenmuskeln, häufig des Musculus obliquus superior (Trochlearisparese), ist eine der häufigsten Ursachen. Sie kann angeboren sein oder durch Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder neurologische Erkrankungen entstehen.
  • Angeborene Fehlinnervation: Manchmal sind die Nervenverbindungen zu den Augenmuskeln von Geburt an nicht korrekt angelegt.
  • Brown-Syndrom: Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Sehne des Musculus obliquus superior führt dazu, dass das betroffene Auge nicht normal nach oben-innen blicken kann.
  • Schilddrüsenerkrankung (endokrine Orbitopathie): Entzündliche Verdickung der Augenmuskeln kann eine vertikale Fehlstellung verursachen.
  • Vorangegangene Augenmuskeloperationen: Nach früheren Schieloperationen kann es zu einer Rest- oder neuen vertikalen Abweichung kommen.

Symptome

  • Sichtbare Höhenabweichung eines Auges
  • Doppelbilder (besonders bei Erwachsenen und älteren Kindern)
  • Kopfneigung zur Seite (um die Doppelbilder zu kompensieren)
  • Zukneifen eines Auges bei hellem Licht
  • Bei Kindern: Entwicklung einer Amblyopie, wenn das höher stehende Auge vom Gehirn „abgeschaltet" wird

Diagnose

Die augenärztliche Untersuchung umfasst eine genaue Messung der Augenstellung in allen Blickrichtungen. Verschiedene Abdecktests und Prismenmessungen zeigen, welcher Muskel betroffen ist und wie gross die Abweichung ist. Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache kann eine bildgebende Untersuchung (MRT) notwendig sein.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Ausmass der Hypertropie:

  • Prismenbrillen: Bei kleinen Abweichungen kann ein Prisma in die Brille eingearbeitet werden, das die Doppelbilder ausgleicht.
  • Augenmuskeloperation: Bei grösserer Hypertropie oder störenden Doppelbildern wird die Stellung der Augenmuskeln chirurgisch korrigiert. Ziel ist es, die Augen wieder auf gleiche Höhe zu bringen.
  • Behandlung der Grunderkrankung: Ist die Hypertropie Folge einer anderen Erkrankung (z. B. Schilddrüsenproblem), muss diese ebenfalls behandelt werden.
  • Amblyopietherapie: Liegt bei Kindern eine Schwachsichtigkeit vor, wird zusätzlich mit Pflaster oder Atropin-Tropfen behandelt.

Prognose

Viele Formen der Hypertropie lassen sich gut behandeln. Besonders bei Kindern ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, damit sich das Sehvermögen auf beiden Augen normal entwickeln kann und eine dauerhafte Kopfzwangshaltung vermieden wird.