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Epiblepharon

Ein Epiblepharon ist eine angeborene Lidfehlbildung, bei der eine überschüssige Hautfalte und ein verstärkter Lidmuskel die Wimpern nach innen gegen das Auge drücken. Betroffen ist meist das Unterlid. Das Epiblepharon kommt besonders häufig bei Kindern ostasiatischer Herkunft vor, tritt aber auch bei Kindern anderer Ethnien auf.

Ursache

Beim Epiblepharon liegt eine überzählige Haut- und Muskelfalte am Lidrand vor, die die Wimpernreihe nach oben und innen drückt. Im Unterschied zum Entropium (bei dem sich das gesamte Lid nach innen dreht) bleibt die Lidstellung selbst beim Epiblepharon normal. Nur die Wimpern werden umgelenkt.

Symptome

Die nach innen gerichteten Wimpern reiben auf der Hornhaut und der Bindehaut, was zu folgenden Beschwerden führen kann:

  • Tränende Augen
  • Rötung und Reizung
  • Fremdkörpergefühl
  • Häufiges Reiben der Augen (besonders bei kleinen Kindern)
  • Lichtempfindlichkeit
  • Bei längerem Kontakt: Hornhautkratzer (Erosionen), die zu Schmerzen und vorübergehender Sehverschlechterung führen können

Manche Kinder zeigen trotz deutlich nach innen stehender Wimpern erstaunlich wenig Beschwerden, da ihre Wimpern weicher sind als bei Erwachsenen.

Diagnose

Die Diagnose wird bei der augenärztlichen Untersuchung gestellt:

  • Sichtbare Wimpern, die auf der Augenoberfläche aufliegen
  • Prüfung der Hornhaut mit der Spaltlampe und ggf. Anfärbung mit Fluorescein, um Hornhautschäden sichtbar zu machen
  • Unterscheidung vom Entropium und von der Trichiasis (einzelne fehlgerichtete Wimpern)

Natürlicher Verlauf

In vielen Fällen bildet sich das Epiblepharon mit dem Wachstum des Kindes von selbst zurück. Im Laufe der ersten Lebensjahre verändert sich die Gesichtsanatomie. Die Wangen werden schmaler, die Nasenwurzel wird höher. So geht die überschüssige Hautfalte am Lid zurück und die Wimpern nimmt ihre natürliche Richtung nach aussen ein.

Behandlung

Konservative Massnahmen

  • Befeuchtende Augentropfen oder -salben: Schützen die Hornhaut vor Reibung und lindern Beschwerden
  • Regelmässige Kontrollen: Um Hornhautschäden frühzeitig zu erkennen
  • Abwarten: Vor allem bei jüngeren Kindern mit milden Symptomen, da eine Spontanbesserung wahrscheinlich ist

Operative Behandlung

Eine Operation wird empfohlen, wenn:

  • Wiederholte oder anhaltende Hornhautkratzer auftreten
  • Trotz konservativer Massnahmen deutliche Beschwerden bestehen
  • Keine Spontanbesserung mit dem Wachstum eintritt

Beim operativen Eingriff wird die überschüssige Haut- und Muskelfalte am Lidrand entfernt und die Wimpern in eine natürliche Stellung gebracht. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und hinterlässt in der Regel eine unauffällige Narbe im Lidbereich. Die Erfolgsrate ist hoch.

Was Eltern wissen sollten

  • Ein Epiblepharon sieht oft besorgniserregender aus, als es ist. Viele Fälle lösen sich mit dem Wachstum von selbst.
  • Regelmässige Kontrollen bei der Augenärztin oder beim Augenarzt sind wichtig, um die Hornhaut zu überwachen.
  • Wenn Ihr Kind häufig die Augen reibt, tränende Augen hat oder lichtempfindlich ist, lassen Sie dies augenärztlich abklären.