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Aussenschielen („Wall-Eyed“)

Aussenschielen ist der umgangssprachliche Ausdruck für eine Exotropie, eine Schielform, bei der ein oder beide Augen nach aussen abweichen. Im Englischen wird dafür häufig der Begriff „wall-eyed" verwendet. Das Gegenteil, das Einwärtsschielen, wird als Esotropie bezeichnet.

Was bedeutet „wall-eyed"?

Der englische Ausdruck „wall-eyed" beschreibt bildlich, dass die Augen scheinbar in verschiedene Richtungen blicken, „wie zur Wand". Im medizinischen Sprachgebrauch spricht man von Exotropie oder Strabismus divergens.

Formen des Aussenschielens

  • Intermittierende Exotropie: Die häufigste Form bei Kindern. Das Aussenschielen tritt nur zeitweise auf. Typischerweise bei Müdigkeit, Unaufmerksamkeit oder beim Blick in die Ferne. In den Zwischenphasen stehen die Augen gerade.
  • Konstante Exotropie: Das Auge weicht dauerhaft nach aussen ab.
  • Sensorische Exotropie: Entsteht, wenn ein Auge durch eine andere Erkrankung (z. B. Katarakt, Netzhautveränderung) stark sehgemindert ist und dadurch nach aussen abdriftet.

Wann ist eine Behandlung nötig?

Die Behandlung hängt von der Häufigkeit und dem Ausmass des Aussenschielens ab. Mögliche Massnahmen sind:

  • Brille: Bei begleitenden Brechungsfehlern
  • Okklusionstherapie: Wenn eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit) vorliegt
  • Schieloperation: Wenn das Aussenschielen häufiger wird, zunimmt oder das beidäugige Sehen gefährdet

Eine detaillierte Darstellung aller Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in unseren Seiten zu Strabismus (Schielen) und Schieloperation (Strabismus-Chirurgie).

Wann sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen?

Wenn Sie bemerken, dass ein Auge Ihres Kindes zeitweise oder dauerhaft nach aussen abweicht, sollten Sie eine augenärztliche Untersuchung vereinbaren. Auch wenn intermittierendes Aussenschielen in manchen Phasen unauffällig sein kann, ist eine fachärztliche Beurteilung wichtig, um die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt einzuleiten.