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Brown-Syndrom

Das Brown-Syndrom ist eine Bewegungsstörung des Auges, bei der der Blick nach oben und zur Nase hin eingeschränkt ist. Die Ursache liegt in einer Fehlfunktion der Sehne des oberen schrägen Augenmuskels (Musculus obliquus superior), die sich nicht frei bewegen kann. Die Erkrankung ist meist angeboren, kann aber auch im Laufe des Lebens erworben werden.

Wie äussert sich das Brown-Syndrom?

Das betroffene Auge erscheint äusserlich normal, zeigt jedoch eine deutliche Einschränkung beim Blick nach oben und innen (zur Nase hin). Während das gesunde Auge normal nach oben schaut, bleibt das betroffene Auge in dieser Blickrichtung zurück oder kann sich gar nicht heben. Dies führt zu einer sichtbaren Fehlstellung, die besonders beim Blick nach oben auffällt.

Typische Zeichen sind:

  • Eingeschränkte Augenbewegung nach oben und innen
  • Kopfhebung oder Kopfneigung als Ausgleichshaltung
  • Gelegentlich ein „Klicken" oder Hängenbleiben des Auges mit anschliessendem Lösen
  • In manchen Fällen Doppelbilder

Ursachen

In den meisten Fällen ist das Brown-Syndrom angeboren und die genaue Ursache unbekannt. Die Sehne des oberen schrägen Augenmuskels gleitet durch eine bindegewebige Schlaufe (Trochlea) an der oberen inneren Ecke der Augenhöhle. Beim Brown-Syndrom ist dieser Gleitmechanismus gestört – die Sehne klemmt.

Erworbene Formen können auftreten nach:

  • Verletzungen im Bereich der Augenhöhle
  • Operationen am Auge, an den Nebenhöhlen oder am Lid
  • Entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Lupus

Eines oder beide Augen betroffen?

In etwa 90 % der Fälle ist nur ein Auge betroffen, häufiger das rechte. Beidseitige Fälle sind selten.

Ist das Brown-Syndrom erblich?

Familiäre Vererbung ist die Ausnahme. Die überwiegende Mehrheit der Fälle tritt sporadisch auf.

Auswirkungen auf das Sehen

Bei milden Verläufen besteht kaum Beeinträchtigung des Sehvermögens. Schwere Formen können jedoch das beidäugige Sehen (Binokularsehen) stören und dadurch die Tiefenwahrnehmung einschränken. Wenn das betroffene Auge dauerhaft in einer Fehlstellung steht, besteht zudem die Gefahr einer Amblyopie (Schwachsichtigkeit), insbesondere bei Kindern.

Schweregrade

  • Mild: Lediglich die Aufwärtsbewegung ist eingeschränkt
  • Mittel: Zusätzlich driftet das Auge beim Einwärtsblick nach unten
  • Schwer: Das Auge steht bereits im Geradeausblick tiefer als das andere

Kann sich das Brown-Syndrom von selbst bessern?

Ja, in einigen Fällen bildet sich die Bewegungseinschränkung spontan zurück, sowohl bei angeborenen als auch bei erworbenen Formen. Bei angeborenen Fällen bleibt die Einschränkung allerdings häufiger bestehen.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad.

Beobachtung

Milde Verläufe werden zunächst engmaschig beobachtet. Sehschärfe, Augenstellung und Binokularsehen werden regelmässig kontrolliert, insbesondere bei kleinen Kindern.

Medikamentöse Therapie

Entzündlich bedingte Formen können mit Steroid-Injektionen in die Nähe der Trochlea, oralen Steroiden, entzündungshemmenden Medikamenten oder Immunsuppressiva behandelt werden.

Operation

Ein chirurgischer Eingriff wird erwogen, wenn:

  • Das Auge im Geradeausblick fehlsteht
  • Doppelbilder bestehen
  • Das beidäugige Sehen beeinträchtigt ist
  • Eine Amblyopie droht oder bereits vorliegt
  • Eine starke Kopfzwangshaltung besteht

Ziel der Operation ist es, die blockierte Sehne zu lösen oder den Gleitmechanismus wiederherzustellen. In manchen Fällen sind mehrere Eingriffe erforderlich, und gelegentlich wird auch das gesunde Auge mitoperiert, um ein symmetrisches Ergebnis zu erzielen.

Wichtig für Eltern

Da Kinder häufig nach oben schauen (zu Erwachsenen, Tafeln etc.), fällt das Brown-Syndrom bei ihnen oft deutlicher auf als bei Erwachsenen. Wenn Ihnen bei Ihrem Kind eine auffällige Kopfhaltung oder eine ungleichmässige Augenbewegung auffällt, empfehlen wir eine augenärztliche Untersuchung.