Als binokulares Sehen bezeichnet man das Sehen mit beiden Augen gleichzeitig. Jedes Auge sieht die Umgebung aus einem leicht anderen Winkel. Das Gehirn fügt diese beiden Einzelbilder zu einem einzigen Bild zusammen. So entsteht unser räumliches (dreidimensionales) Sehen und wir können Entfernungen gut einschätzen, z. B. beim Treppensteigen, Autofahren oder Ballfangen.
Ist das binokulare Sehen gestört, sprechen Augenärzt:innen von einer Binokularstörung. Ursachen können zum Beispiel Schielen, starke Fehlsichtigkeiten oder grosse Unterschiede zwischen beiden Augen sein.
Ein reduziertes binokulares Sehen ist für Betroffene in den meisten Alltagssituationen nicht störend. Typische Situationen, in denen die reduzierte 3D-Funktion auffällt ist z.B. wenn man ein Getränk in ein Glas einschenkt und dabei mehr Schwierigkeiten hat, das Glas zu treffen. Ebenfalls typisch ist, dass betroffene 3D-Filme weniger eindrücklich erleben als Menschen mit perfekten Binokularfunktionen.
Das binokulare oder 3D-Sehen kann wie auch die Sehschärfe durch spezifische tests geprüft und quantitativ gemessen werden. Patient:innen können dabei nur Leicht reduzierte oder starker reduzierte 3D-Funktionen haben.
Obwohl reduzierte 3D-Funktionen im normalen Alltag selten stören, können sie ein wichtiger Hinweis für andere Erkrankungen (z.B. Mikrostrabismus) sein. Da reduzierte Binokularfuntionen ein Risikofaktor für Schielen sind, bzw. auch die Progrnose nach einer Augenmuskeloperation (Schieloperation) beeinflussen stellt die genaue Prüfung ein wichtiger Aspekt unserer Untersuchung dar. Unabhängig davon, ob im Alltag Störungen des binokularen Sehens bemerkt werden.
Bei Auffälligkeiten z.B. bei der Feinmotorik – besonders bei Kindern – sollte das Zusammenspiel der Augen frühzeitig augenärztlich untersucht werden. Oft kann man mit einer Brille, Sehübungen oder anderen Therapien dafür sorgen, dass beide Augen wieder möglichst gut zusammenarbeiten.